Reichstagsabgeordneter der SPD von 1924 - 1933
Julius Leber zählt zu den renommiertesten SPD-Politikern in der Weimarer
Republik und zu den herausragenden Widerstandskämpfern gegen den
Nationalsozialismus. Er wurde am 16. November 1891 in Biesheim/Elsass
geboren. Aus einer
kleinbürgerlichen Familie stammend, absolvierte Leber nach der Mittleren
Reife eine kaufmännische Ausbildung. Von 1910 an besuchte er eine
Oberrealschule und bestand 1912 sein Abitur. Im Anschluss daran
studierte er in Straßburg und Freiburg Nationalökonomie. 1913 trat Leber
in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein. Im August 1914
meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und war vier Jahre lang an
der Front. Bei Kriegsende wurde Leber, inzwischen zum Leutnant
befördert, von der Reichswehr übernommen und beim Grenzschutz im Osten
Deutschlands eingesetzt.
Während des Kapp-Putsches im Frühjahr 1920 stellte er sich auf die Seite
der Republik und kämpfte mit seiner Einheit gegen aufständische
Soldaten. Aus Protest gegen die Haltung des Militärs verließ Leber im
gleichen Jahr die Reichswehr und schloss sein Studium in Freiburg mit
der Promotion ab. Ein Jahr später übersiedelte er nach Lübeck und
übernahm den Posten des Chefredakteurs der sozialdemokratischen Zeitung
„Lübecker Volksbote“. Von 1921 an war Leber Mitglied der Lübecker
Bürgerschaft, seit 1924 gehörte er dem Reichstag an. Als Journalist und
als Politiker engagierte er sich unermüdlich für die Festigung der
Demokratie und kämpfte entschlossen gegen den aufkommenden
Nationalsozialismus.
Einen Tag nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 verübten SA-Leute einen Mordanschlag auf Leber, bei dem einer der Angreifer von einem Begleiter Lebers getötet wurde. Nach vorübergehender Festnahme kam Leber auf Druck der Lübecker Arbeiterschaft wieder frei. Am 23. März 1933 verhafteten ihn die Nationalsozialisten in Berlin, um seine Teilnahme an der Abstimmung über das sogenannte Ermächtigungsgesetz zu verhindern. Er verbrachte 20 Monate im Gefängnis und war später in den Konzentrationslagern Esterwegen und Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung im Mai 1937 beteiligte sich Leber an einer Kohlenhandlung in Berlin – eine Rückkehr nach Lübeck hatten ihm die Nationalsozialisten verboten. Mit anderen SPD-Mitgliedern baute er eine Widerstandsgruppe auf und knüpfte Kontakte zu Carl Friedrich Goerdeler, Claus Schenk Graf von Stauffenberg sowie zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. Leber wendete sich gegen die restaurativen Bestrebungen verschiedener Umsturzplanungen und plädierte für einen radikalen Neubeginn. Nach einem Sturz des NS-Regimes sollte er Innenminister einer Übergangsregierung werden.
Einen Tag nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 verübten SA-Leute einen Mordanschlag auf Leber, bei dem einer der Angreifer von einem Begleiter Lebers getötet wurde. Nach vorübergehender Festnahme kam Leber auf Druck der Lübecker Arbeiterschaft wieder frei. Am 23. März 1933 verhafteten ihn die Nationalsozialisten in Berlin, um seine Teilnahme an der Abstimmung über das sogenannte Ermächtigungsgesetz zu verhindern. Er verbrachte 20 Monate im Gefängnis und war später in den Konzentrationslagern Esterwegen und Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung im Mai 1937 beteiligte sich Leber an einer Kohlenhandlung in Berlin – eine Rückkehr nach Lübeck hatten ihm die Nationalsozialisten verboten. Mit anderen SPD-Mitgliedern baute er eine Widerstandsgruppe auf und knüpfte Kontakte zu Carl Friedrich Goerdeler, Claus Schenk Graf von Stauffenberg sowie zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. Leber wendete sich gegen die restaurativen Bestrebungen verschiedener Umsturzplanungen und plädierte für einen radikalen Neubeginn. Nach einem Sturz des NS-Regimes sollte er Innenminister einer Übergangsregierung werden.
Julius Leber vor dem Volksgerichtshof

Nach einem Treffen mit Vertretern einer kommunistischen Untergrundgruppe
verhaftete ihn am 5. Juli 1944 die Geheime Staatspolizei. Im Gefängnis
wurde Leber schwer misshandelt. Nach dem gescheiterten Attentat auf
Hitler am 20. Juli 1944 verurteilte ihn der berüchtigte Volksgerichtshof
am 20. Oktober 1944 zum Tode. Nach zwei Monaten weiterer Verhöre und
Misshandlungen wurde Julius Leber am 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee
hingerichtet.
Julius Lebers Denken und Handeln war geprägt von einem unbeugsamen Willen, mit Vernunft, Leidenschaft und Augenmaß für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit einzutreten. Sein Lebenswerk setzt hohe Maßstäbe, die auch heute Richtschnur politischen Handelns sein müssen: bei der Bewahrung der rechtsstaatlichen und freiheitlichen Demokratie, beim Eintreten für gerechte und menschenwürdige Lebensverhältnisse, beim Kampf gegen Rassismus und Intoleranz.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung fühlt sich Julius Leber in besonderem Maße verbunden. Das Büro der Stiftung in Hamburg trägt seit 1995 den Namen „Julius-Leber-Forum“.
Julius Lebers Denken und Handeln war geprägt von einem unbeugsamen Willen, mit Vernunft, Leidenschaft und Augenmaß für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit einzutreten. Sein Lebenswerk setzt hohe Maßstäbe, die auch heute Richtschnur politischen Handelns sein müssen: bei der Bewahrung der rechtsstaatlichen und freiheitlichen Demokratie, beim Eintreten für gerechte und menschenwürdige Lebensverhältnisse, beim Kampf gegen Rassismus und Intoleranz.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung fühlt sich Julius Leber in besonderem Maße verbunden. Das Büro der Stiftung in Hamburg trägt seit 1995 den Namen „Julius-Leber-Forum“.




