Freidrich-Ebert-Stiftung / Julius-Leber-Forum: Politische Bildung in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Friedrich Ebert

Vom Sattler zum Reichspräsidenten

Die wahrscheinlich letzte offizielle Aufnahme Friedrich Eberts am 15.2.1925 an seinem Schreibtisch im Arbeitszimmer.

Friedrich Ebert - Eine Kurzbiographie

Friedrich Ebert (1871 - 1925), gelernter Sattler aus Heidelberg, war früh politisch und gewerkschaftlich in Bremen aktiv. Seit 1905 im Parteivorstand der SPD in Berlin tätig, wurde er 1912 Mitglied des Reichtages und 1916 einer der Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichtagsfraktion. Bereits 1913 war er nach August Bebels Tod zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt worden. Nach dem Sieg der Revolution von 1918 übernahm er den Mitvorsitz der Revolutionsregierung, des "Rates der Volksbeauftragten".

Friedrich Ebert und Familie, ca. 1922. V.l.: Friedrich Ebert, Friedrich Ebert jun., Luise Ebert und Karl Ebert.
Friedrich Ebert und Familie, ca. 1922. V.l.: Friedrich Ebert, Friedrich Ebert jun., Luise Ebert und Karl Ebert.
Er war ein entschiedener Gegner der "Diktatur des Proletariats" und eines Rätesystems nach russischem Vorbild, befürwortete die parlamentarische Demokratie und setzte die Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung durch, die ihn am 11.2.1919 zum Reichpräsidenten wählte. In seiner Amtszeit zielte er auf politischen und sozialen Ausgleich zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum und lehnte eine klassenkämpferische Politik ab, was auch innerhalb der Sozialdemokratie nicht unumstritten war. Doch insbesondere die Rechte machte ihn zur Zielscheibe von Verleumdungen und Verunglimpfungen, die in seiner Person die Republik treffen sollten und 1925 zum frühen Tod dieses ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupts in Deutschland beitrugen. Erst heute, in einer stabilen Demokratie, findet sein politisches Wirken über die Parteigrenzen hinweg gebührende Anerkennung.

Informationen des Archivs für soziale Demokratie zu Friedrich Ebert

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